Einen Tag Freiheit auf dem San Gottardo
- Tom

- 6. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Ein Tag am Gotthardpass ist für Motorradfahrer fast schon ein Ritus. Er ist nicht einfach nur ein Übergang von Nord nach Süd, sondern der „König der Pässe“. Hier vermischen sich Geschichte, raue Alpentopografie und purer Fahrspass.

Kurvenrausch par excellence: Mein Tag auf dem Gotthardpass
Es gibt Pässe, die fährt man wegen der Aussicht. Es gibt Pässe, die fährt man wegen der Geschwindigkeit. Und dann gibt es den Gotthard. Wer hier die Stiefel auf die Rasten setzt, spürt den Mythos dieses Bergmassivs bei jeder Zündung.
An meinem letzten Tag der Saison war es soweit: Die Kombi sass, der Tank war voll und der Wetterbericht versprach strahlendes Blau über den Urner Alpen.
Die Anfahrt: Das Tor zum Süden
Mein Trip startete in der Zentralschweiz. Die Fahrt durch die Schöllenenschlucht mit der legendären Teufelsbrücke ist bereits das perfekte Warm-up. Die senkrechten Felswände und die tosende Reuss unter einem machen sofort klar: Jetzt geht es in die Hochalpen.
Das Highlight: Die Tremola (Südseite)
Man kann den Gotthard über die gut ausgebaute Passstrasse befahren – oder man macht es richtig und wählt die Tremola.
Die Tremola ist das längste Baudenkmal der Schweiz. Es handelt sich um die alte Passstrasse, die sich in 24 Serpentinen von Airolo hinauf zur Passhöhe schlängelt. Das Besondere? Kopfsteinpflaster.
Fahrgefühl: Es rüttelt, es vibriert, und man braucht ein gutes Gespür für die Maschine. Besonders bei Nässe ist hier Vorsicht geboten, aber bei trockenem Wetter ist es ein unvergleichliches Erlebnis, die Maschine durch die engen Kehren zu zirkeln.
Aussicht: Von hier unten hat man den besten Blick auf die architektonische Meisterleistung der alten Strassenbauer.
Pro-Tipp: Fahre die Tremola am besten von Süden (Airolo) nach Norden (Passhöhe) hinauf. So habt ihr den vollen Grip beim Rausbeschleunigen aus den engen Kehren!
Ich habe für diesen Tag mich für meine Indian Chieftain entschieden, einen lässigen Cruiser, da das Wetter nun wirklich mitgemacht hat. Möchte man noch etwas mehr die Kurven spüren, so empfehle ich ein etwas wendigeres Motorrad.
Die Passhöhe liegt auf ca. 2'106 m und bevor Du einen solchen Trip unternimmst, kannst Du die Passbedingungen auf alpenpaesse.ch prüfen.
Ebenso empfehlenswert ist das nationale St. Gotthard-Museum.
Pause auf der Passhöhe
Oben angekommen, weht meist ein frischer Wind. Die Luft ist dünn, klar und riecht nach Freiheit. Die Passhöhe ist ein Schmelztiegel: Radfahrer, die sich heraufgequält haben, Oldtimer-Clubs und wir Biker.
Kulinarik: Eine klassische Bratwurst vom Grill bei den Verkaufsständen gehört einfach dazu. Es gibt kaum etwas Besseres, als mit einer Wurst in der Hand am „Lago della Piazza“ zu stehen und die schneebedeckten Gipfel zu beobachten.
Fotostop: Das Denkmal des Fliegers Suworow oder einfach das berühmte Schild „Gotthardpass 2'106 m“ sind Pflicht für das Fotoalbum.
Die Abfahrt: Richtung Norden
Zurück ging es über die moderne Nordrampe. Hier kann man die Maschine wieder etwas flüssiger laufen lassen. Die weiten Kurven und der griffige Asphalt sind der perfekte Kontrast zum Gehoppel auf dem Kopfsteinpflaster zuvor.
Fazit
Der Gotthard ist und bleibt ein Erlebnis. Egal wie oft man schon oben war, die Kombination aus der rauen Natur und der historischen Tremola zieht einen immer wieder in den Bann. Es ist kein Pass zum „Heizen“, sondern ein Pass zum Geniessen.
Welche Seite des Gotthards gefällt Dir besser? Bist Du im Team „moderner Asphalt“ oder Team „Tremola-Pflaster“? Stimme doch einfach mal ab:
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